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Abnehmen mit Vernunft
Beim „Abnehmen mit Vernunft“ ist alles erlaubt: Kohlenhydrate, Eiweiß und sogar Fett, aber nur in reduzierten Mengen. Rund 50 bis 55 Prozent der täglichen Energiemenge decken Kohlenhydrate, 30 Prozent Fett und 15 bis 20 Prozent Eiweiß. Während der Diät geht es nicht darum, schnell an Gewicht zu verlieren, sondern dieses auch zu halten.
Erfinder: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufkärung (BZGA), Köln
Als dauerhafte Ernährung geeignet.
Ananas-Diät
Bei der Ananas-Diät werden ausschließlich Ananas und aus Ananas hergestellte Säfte zugeführt. Täglich müssen zwei bis drei Kilo Ananas verzehrt werden, um zirka 1.000 Kilokalorien zuzuführen. Die viel gerühmten Enzyme der Früchte sollen den Eiweißabbau unterstützen und das Fett gezielt zum Schmelzen bringen.
Die Ananas-Diät ist ernährungswissenschaftlich nicht nachvollziehbar und als gesundheitsgefährdend anzusehen. Sie führt zu einer Mangelernährung.
Atkins-Diät
Was immer andere „Diätpäpste“ verbieten, Dr. Atkins erlaubt es: fettes Fleisch, Speck, Gänsebraten, Käse, Sahne, Eier et cetera. Kohlenhydrate gelten als „Dickmacher“: Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Süßigkeiten und Kuchen sollten daher gemieden werden. Obst und Gemüse fehlen fast völlig. Atkins empfiehlt ergänzend die Einnahme von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten.
Namensgeber: der US-amerikanische Arzt Dr. Robert C. Atkins
Die Diät führt zu einem Kohlenhydratmangel. Der Stoffwechsel muss sich dadurch stark umstellen und kann das Fett nicht mehr optimal verwerten. Dabei entstehen belastende Abbauprodukte. Die sehr fett- und eiweißreiche Nahrung fördert Gicht, schadet Herz-Kreislauf und Nieren und liefert zu wenig Vital- und Ballaststoffe.
BCM-Diät
BCM (Body Cell Mass) ist eine Formula-Diät, die über Ärzte und Ernährungsberater vertrieben wird. Diese messen zunächst Zellmasse- und Fett-Anteile des Körpers. Danach startet die Diät mit zwei Tagen Pulverkost. Anschließend gibt es drei Mahlzeiten pro Tag: eine selbst zubereitete (Mischkost) und zwei aus „Basiskost“, die mit einem fettarmen Milchprodukt angerührt wird. Später wird die Basiskost ganz durch Mischkost ersetzt. Gruppentreffen begleiten die Teilnehmer.
Das Programm fördert eine langfristige Umstellung der Ernährung. Die Fertigprodukte liefern alle wichtigen Nährstoffe. Danach entscheidet die Qualität der zubereiteten Mahlzeiten, ob eine ausgewogene Ernährung gewährleistet ist. Da die Diät kosten- und zeitaufwändig ist, empfiehlt sich die Teilnahme an einem Schnuppertreffen.
Brigitte Ideal-Diät
Die Brigitte-Diät basiert auch in ihrer neuesten Auflage auf einer kalorienreduzierten Mischkost mit ausgewogener Nährstoffzufuhr. Bei täglich ca. 1.400 bis 1.500 kcal schmelzen die Pfunde dauerhaft. Zur Auswahl stehen die Einsteiger-Diät für „Kochfaule“, die (vegetarische) Grüne Diät sowie die Bunte Diät. Klar strukturierte Tagespläne enthalten ausgewogene, beliebig kombinierbare Rezepte für fünf Mahlzeiten. Ist das Wunschgewicht erreicht, kann die Ernährung mit etwas größeren Portionen beibehalten werden.
Seit Jahren geben Experten der Brigitte-Diät und Brigitte Ideal-Diät gute Noten. „Brigitte“ präsentiert zusätzlich ein einfaches, motivierendes Sportprogramm zur Diät. Zu empfehlen für alle, die gern exakt nach Rezepten kochen und keine Unterstützung durch eine Gruppe benötigen.
Blutgruppen-Diät
Nach D`Adamo bestimmt die Blutgruppe, welche Nahrung gut vertragen wird. Bei der „ältesten“ Blutgruppe 0 soll die Kost wie bei den Fleisch essenden Höhlenmenschen eiweißreich sein. Träger der Blutgruppe A sollen vorwiegend vegetarisch essen (Zeit des Ackerbaus). Menschen mit Blutgruppe B und AB vertragen grundsätzlich alles, weil das Verdauungssystem optimal entwickelt ist. Bei Nichteinhaltung der Empfehlungen drohen angeblich Verklumpungen der Blutkörperchen.
Eine Verklumpung der Blutkörperchen hätte ernsthafte gesundheitliche Folgen. Da wundert es, wie Generationen von Menschen überleben konnten, ohne ihre Blutgruppe zu kennen. D`Adamos Thesen und Empfehlungen entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage.
Bruker-Kost
Diese weitgehend ovo-lakto-vegetabile Kostform geht auf den Arzt Max Otto Bruker zurück. Auf dem Speiseplan soll möglichst nur pflanzliche, naturbelassene Nahrung stehen. Bruker unterscheidet "lebendige" Lebensmittel (frisches Obst und Gemüse, Getreide etc.) und "tote" (z.B. Weißmehl, Zucker), die zu meiden sind. Fleisch und Wurst sollen äußerst selten, Eier, Käse und Milchprodukte eher mäßig verzehrt werden. Mehr als drei Mahlzeiten täglich sind nicht vorgesehen.
Grundsätzlich ist die Bruker-Kost für Erwachsene als Dauerkost durchführbar, wobei ein Verzicht auf Zwischenmahlzeiten nicht sinnvoll ist. Der Anspruch, mit dieser Ernährungsform Krankheiten heilen zu können, entbehrt einer wissenschaftlichen Grundlage. Für Säuglinge ist die Bruker-Kost nicht geeignet.
Fasten
Fasten dient in erster Linie der Behandlung chronischer Darmkrankheiten. Für einige Tage und Wochen wird auf feste Nahrung verzichtet und reichlich getrunken. Das totale Fasten (Nulldiät) erlaubt nur energiefreie Getränke. Modifiziertes Fasten wird zumeist in Kliniken durchgeführt. Beim Heilfasten nach Dr. Buchinger liefern Obst- und Gemüsesäfte Vitamine und Mineralstoffe.
Als vorübergehende Entlastung der Verdauung und Zeit der „Besinnung“ kann eine kurze Fastenzeit empfehlenswert sein. Die klassische mehrwöchige Fastenkur sollte allerdings nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Da keine Umstellung der Essgewohnheiten erfolgt, kommt es fast immer zum Jo-Jo-Effekt.
Fatburner-Diät
Als „Fatburner“ werden Wirkstoffe bezeichnet, die das Fett in den Zellen zum Schmelzen bringen sollen: Fruchtenzyme, Hormone, Mineralstoffe und Vitamine heizen den Stoffwechsel an und lassen den Körper mühelos Fett verbrennen. Die meisten Konzepte setzen auf fettreduzierte Mischkost, ergänzt durch Fatburner. Andere empfehlen Nahrungsergänzungsmittel, zum Beispiel Apfelessig-Kapseln oder L-Carnitin.
So verlockend die Fatburner-Theorie klingt, sie entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Selbst bei Wirkstoffen, die am Energiestoffwechsel teilhaben (Carnitin), fehlen Beweise, dass Körperfett reduziert wird. Von Hormonen wie ACTH, TSH oder Glukagon raten Ärzte dringend ab.
FdH
Von allem die Hälfte - das ist das Motto von FdH („Friss die Hälfte“). Einfacher geht es kaum: kein Abwiegen von Nahrungsmitteln oder Kalorienzählen, keine Diätpläne oder sonstigen Einschränkungen. Bei dieser Diät essen Sie genauso weiter wie bisher. Der einzige Unterschied: Sie halbieren jede Portion.
FdH sättigt nie ganz. Als Dauerkost ist diese Diät nicht geeignet. Denn man isst nicht nur die Hälfte an Fett und Kilokalorien, auch die Vitalstoffzufuhr wird halbiert. Nährstoffmangel ist daher leicht möglich. Gesundes Ernährungsverhalten wird nicht gelernt. Nach der Diät droht der Jo-Jo-Effekt.
Fit for fun
Nie wieder Kalorien zählen! Und keine Zurückhaltung bei Kohlenhydraten, wie Kartoffeln, Brot, Reis und Nudeln. Diätwillige müssen lediglich Fett konsequent meiden. Zusätzlich aktiviert ein Sportprogramm den Stoffwechsel. Anfangs sind pro Tag 30 bis 50 Gramm Fett erlaubt, nach Erreichen des Zielgewichts 60 bis 80 Gramm. Eventuell muss man die Küchenausstattung erweitern: ohne Wok, Tontopf und Spezialpfannen funktionieren einige Rezepte nicht.
Experten bewerten die Fit-for-Fun-Diät positiv. Der große Vorteil: Man wird satt, und das bei relativ wenig Kilokalorien. Die ausgewogene, fettreduzierte Mischkost eignet sich gut als Dauerernährung. Vorteilhaft ist auch das Bewegungsprogramm zur Diät. Etwas Geduld ist allerdings gefragt: pro Monat purzelt etwa ein Kilogramm. Langfristig festigen sich aber die Essgewohnheiten und man bleibt schlank.
Formula-Diäten
Bei Formula-Diäten werden eine oder mehrere Mahlzeiten durch industriell hergestellte Nährstoff-Gemische ersetzt: Diese Suppen, Fertiggerichte oder Getränke enthalten Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate in ausgewogenem Verhältnis. Meist sind auch ausreichend Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt. Sie werden aus Pulvern oder Flocken angerührt und gemischt.
Formular-Diäten sind praktisch und liefern alle wichtigen Nährstoffe. Zudem purzeln die Pfunde schnell. Nachteilig ist, dass die Ernährung nicht umgestellt wird: Es droht der Jo-Jo-Effekt. Der „Speiseplan“ quält mit Eintönigkeit. Optimal geeignet sind Formular-Diäten in Verbindung mit einem Verhaltenstraining bei schwerer Fettleibigkeit.

 

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